Die 7 größten Ernährungsirrtümer

Wenn es um die neusten Ernährungstrends geht, hören wir gerne auf den Rat unserer Freundin oder lesen in einer Klatsch-Zeitschrift nach. Doch meistens ist auch die Industrie daran interessiert, gefährliche Halbwahrheiten über die Ernährung zu verbreiten. Hier kommen die 7 geführchtetsten Ernährungsmythen.

1. Nudeln und Kartoffeln sind Dickmacher…

Diese Aussage ist falsch. 100 Gramm Kartoffeln liegen bei 70 Kalorien, dieselbe Menge gekochter Nudeln enthalten circa 150 Kalorien. Beide Lebensmittel sind von Natur aus fettarm. Das Wichtigste ist die Zubereitung: kalorienreiche Saucen zu Nudeln oder die frittierte Variante von Kartoffeln erhöhen den Fett- als auch Kaloriengehalt! Da Fette einen Wert von 9 Kalorien pro Gramm haben (im Vergleich: 1 Gramm Kohlenhydrate = 4 Kalorien), sollte beim Abnehmen auf eine fettarme Zubereitung geachtet werden.

Empfehlenswert ist die Vollkornvariante der Nudeln. Die komplexen Kohlenhydrate sorgen für einen gleichmäßigen Blutzuckeranstieg und vermeiden somit Heißhungerattacken. Des Weiteren enthalten sie mehr Ballaststoffe als die Weißmehlversion und halten länger satt.

2. Fett macht fett…

Bei Fetten kommt es auf die Menge und die Qualität an. Da Fett der energiereichste Nahrungsmittelbestandteil und größte Energielieferant ist, sollte der Bedarf bei 30% der täglichen Energiezufuhr liegen und größtenteils durch einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren gedeckt werden. Schlechte Fette in frittierte

n Lebensmittel, fettreichen Bäckerwaren oder Fertigprodukten sollten Ausnahmen bleiben. Bevorzuge lieber qualitativ hochwertige Öle oder Fisch- diese machen garantiert nicht dick und sind gesund für das Herz-Kreislauf-System.

 

3. Ein Apfel deckt den Vitaminbedarf…

Äpfel sind zwar gesund und enthalten wichtige Nährstoffe wie Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E sowie die B-Vitamine B1, B2 und B6. Der ganze Tagesbedarf kann damit allerdings niemals gedeckt werden. Die meisten Vitamine stecken übrigens in der Schale- diese unbedingt mitessen!

Um sicher zu gehen, dass du genug Vitamine und Mineralstoffe zu dir nimmst, ist die „5 am Tag“ Regel der DGE eine gute Richtlinie. Fünf handgroße Portionen verschiedener Obst- und Gemüsesorten sollten den Gesamtbedarf des Tages abdecken.

4. Eier sind gefährlich für den Cholesterinspiegel!

Es stimmt, dass Eier Unmengen an Cholesterin enthalten. Cholesterin ist aber lebenswichtig. Es schützt die Nerven, Zellmembranen und unsere Haut, wird für die Bildung von Hormonen gebraucht und hilft bei der Bildung von Vitamin D. Dem Cholesterin werden noch viele weitere Funktionen zugeschrieben. Der Körper kann somit nicht auf Cholesterin verzichten und produziert es selbst. Um den körpereigenen Cholesterinwert zu halten, drosseln viele Menschen- aber nicht alle- die körpereigene Cholesterinproduktion, sofern zu viel über die Nahrung aufgenommen wurde. Dieses gilt auch umgekehrt: Bei einer zu niedrigen Cholesterin Aufnahme stellt der Körper die fehlende Menge zur Verfügung. Bei Menschen mit nachgewiesener, unwirksamer Rückkoppelung der Cholesterinsynthese ist eine cholesterinarme und ballaststoffreiche Ernährung sehr hilfreich.

5. Light-Produkte sind besser zum Abnehmen geeignet…

Light- Produkte sind nicht zwangsläufig die gesündere Variante, aber wer Kalorien einsparen möchte, dem können sie helfen. Zuckerersatzstoffe in Light-Getränken sind meistens kalorienfrei, haben eine hohe Süßkraft und verursachen im Gegensatz zu Zucker keine Karies. Im Alltag können somit viele Kalorien gespart werden. Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe können aber appetitanregend sein und schnell Lust auf mehr machen. Des Weiteren ist oftmals- wie bei Zucker- eine Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel zu verzeichnen.

In anderen Light-Produkten, denen Fette entzogen werden, kommen häufig Zusatzstoffe zur Stabilisierung zum Einsatz. Diese verändern Geschmack, Qualität und Kaloriengehalt.

Gesetzlich gilt: Ein Produkt ist „light“ wenn es 30 % weniger Kalorien- oder Nährstoffgehalt aufweist als vergleichbare Produkte. Fettfrei ist ein Lebensmittel mit 0,5 g Fett pro 100 g oder 100 ml. Letztendlich bleibt die Entscheidung, welches Produkt bevorzugt ist, beim Verbraucher.

6. Brauner Zucker ist gesünder als weißer Zucker!

Weißer als auch brauner (Roh-) Zucker werden überwiegend aus dem Zuckerrohr hergestellt. Durch das Kochen und Aufbereiten der Pflanzen entsteht ein süßer Sirup, welcher getrocknet und weiterbehandelt wird. In der Fachsprache: Aufreinigung. Das Produkt ist brauner Zucker. Durch eine wiederholte Aufreinigung entsteht allmählich der herkömmliche weiße Zucker. Brauner Zucker ist also nichts anderes als ein Zwischenprodukt, das seine dunklere Farbe durch noch anhängende Melasse erhält. Er trägt einen etwas malzigen, karamelligen Geschmack und tendenziell mehr Mineralstoffe, welche für die Nährstoffversorgung allerdings so gering sind, dass sie hier nicht weiter aufgeführt werden. Bezüglich der enthaltenen Kohlenhydrate und Kalorien sind beide Zuckersorten aber leider identisch.

7. Vollmilch ist reicher an Eiweiß und Calcium als entrahmte Milch!

Man könnte annehmen, dass der Gehalt an Eiweiß und Calcium abhängig ist von dem Fettgehalt in der Milch. Dies ist allerdings ein großer Irrtum! Ein Blick auf die Nährstofftabelle gibt Aufschluss:

Vollmilch
(3,5% Fett)
entrahmte Milch
(0,3% Fett)
Energiegehalt (kcal/100g) 64 35
Eiweißgehalt (g/100g) 3,3 3,5
Calciumgehalt (mg/100g) 120 123

Fettarme Milch gilt als geeignete Calciumquelle, um die Zufuhr sicherzustellen und sollte besonders zur Vorbeugung von Übergewicht bevorzugt werden. Da der Gehalt an Vitamin A und D gering ausfällt, ist Magermilch für Kinder eher ungeeignet.

 

 

Quellen

Gesundheit.de. Äpfel: Lecker und gesund. URL: https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/obst/apfel, aufgerufen am 15.03.2018

Dge.de. Süßstoffe — süß und sicher. DGE aktuell, 2007 08/2007 vom 08.08.2007. URL: https://www.dge.de/presse/pm/suessstoffe-suess-und-sicher/, aufgerufen am 16.03.2018

Dge.de. Fettarm, fettreduziert, light – Was bringt die neue Health Claims-Verordnung? DGE aktuell, 2007 06/2007 vom 29.06.2007. URL: https://www.dge.de/presse/pm/fettarm-fettreduziert-light-was-bringt-die-neue-health-claims-verordnung/, aufgerufen am 16.03.2018

Apothekenumschau.de. Ist brauner Zucker gesünder? Wie sich brauner Zucker von weißem unterscheidet und was Sie über das Süßungsmittel wissen sollten. Sophie Kelm, aktualisiert am 17.02.2016. URL: https://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Ist-brauner-Zucker-gesuender-303531.html, aufgerufen am 15.03.2018

Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle 2018/19 (GU Tabellenwerk Gesundheit) | Ibrahim Elmadfa, Erich Muskat, Doris Fritzsche